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        <author>
            <name>Eberhard R. Hilf</name>
                    </author>
    
        <issued>2010-06-09T20:23:28Z</issued>
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                [letzter Nachtrag: 11.6.2010]<br />
In einem Brief [1] weist die University of California, USA darauf hin, dass die Nature Publishing Group (NPG) für das Paket ihrer 67 Zeitschriften (cite licence fee) den Preis für die UC um 400 Prozent erhöhen will, für die UC wären dies ca. 1 Mill US$ pro Jahr.<br />
<br />
Diese agressive Politik von NPG gegenüber der UC stehe in scharfem Kontrast zu einem kooperativeren Verhalten anderer Wissenschaftsverlage, die auf den Appell der UC vom 26.Mai 2009 [2] für eine gemeinsame Suche nach Auswegen und Lösungen, die der Zeitschriften-Kosten-Steigerung und den sinkenden Bibliotheks-Budgets Rechnung tragen, eingegangen sind.<br />
<br />
UC schlägt einen Boykott gegen NPG vor, nachdem frühere Aktionen dieser Art als Erfolg angesehen wurden, so von UCSF gegen Elsevier und Cellpress in 2003 [3]<br />
<br />
Die Forderungen von NPG gegenüber UC stehen im Widerspruch zu der Verkündung von NPG [4], für die Jahre 2009 - 2012 (nur) 7 Prozent jährlicher Preisanstiege [4].<br />
<br />
Bereits 2001 hat eine von Bernd-Christoph Kämper [5] koordinierte internationale Diskussion und ein entsprechender Informationsaustausch einer Vielzahl von Bibliotheken zu einem eindrucksvollen Einlenken von NPG geführt. Eine Wiederbelebung dieser so erfolgreichen und vor allem auch noch immer  informativen Plattform würde wesentlich zu faireren und ausgewogeneren Preisen beitragen können.<br />
<br />
Über das Verhältnis von Subskriptions-Zeitschriften-Preisen und -Herstellungskosten ist in der Vergangenheit ausreichend diskutiert worden [7]. Interessant sind aber einige neuere Zahlen:<br />
- Nach einer Hochrechnung der UC [1] haben Autoren der UC, die in NPG Zeitschriften publiziert haben (etwa 5.300 in den letzten 6 Jahren, davon 638 in Nature) dadurch zum Gewinn von NPG mit etwa 19 Mill US$ beigetragen, -- also mehr als 3 Mill. US$ pro Jahr.<br />
<br />
Das legt in der Tat ein anderes Geschäftsmodell nahe, in dem die Zeitschriften die Hochschul-Leistungen auch bezahlen, - neben den Autoren auch für die bisher unendgeltlichen Gutachter-, Editoren-, Beratungsleistungen....<br />
<br />
Und es lohnt ein Vergleich zu den Kosten von  dem Open Access-Archiv <i>ArXiv</i>. Bei ihm findet de facto das Begutachten nach der Publikation und freiwillig statt: durch die Möglichkeit für jeden Experten, selbst eine Stellungnahme im ArXiv zu verfassen. Das Fehlen jeder Resonanz ist dann ebenso ein Urteil wie rasche Folgeartikel der engeren erwiesen kompetenten Fachcommunity. Diese 'dynamische' Qualitätsfilterung ist ungewohnt, aber offen und erkennt besser Fehler, Fakes und marginale Paper als das verdeckte und nicht transparente Gutachtersystem der Zeitschriften.<br />
<br />
Die Cornell University betreibt das ArXiv ja seit 2001 und will nun die Unkosten international auf die finanziell potenteren Wissenschaftsinstitute/-ionen umlegen [8].<br />
Geschätzt wurden die Kosten des jährlichen Betriebes auf 400.000,- US$, also etwa 7 US$ pro aufgenommenen Artikel bzw. 1,4 Cent pro Download. Dabei kamen etwa 12,5% der Downloads aus Deutschland. Die TIB Hannover wird den deutschen Beitrag zur Fortführung des ArXiv organisieren.<br />
<br />
<b> Nachtrag 11.6.2010:</b><br />
Die Klarstellung [9] des UC vom 10.6.2010 besagt, dass selbst eine jährliche Preisanhebung von 7% die Inflationsrate um mindestens das Dreifache übersteigen würde,- und angesichts der eher fallenden Bibliotheks-Budgets schlicht nicht bezahlbar sind.<br />
Im Zeitraum 2005-2009 hat NPG die licence fee für UC um 137%  erhöht.<br />
UC verweist auf einen interessanten Artikel von Andrew Odlyzko (in NATURE, sic!), dass die Kosten für online Artikel nur für die erste Kopie entstehen, also unabhängig von der Nutzung und Größe der Leserschaar sind im Unterschied zur print copy.<br />
Interessant ist auch die Analyse der wissenschaftlichen Zeitschriftenpreise im Lichte der 'Preis-Diversifizierungsstrategie', bei der also von verschiedenen Kunden  unterschiedliche Preise verlangt werden.<br />
<br />
Teilweise werden die Preise für online-Zeitschriften an die Stellung im Ranking (Carnegie Classification) gebunden, oder an die Zahl der in dieser Institution publizierten Artikel pro Jahr. <br />
<br />
<strong>Die Strategie von UC jedenfalls, die Beiträge aus der UC in Zeitschriften der NPG mit ihrem Beitrag zur Attraktivität und Qualität der NPG Zeitschriften dieser in Rechnung zu stellen, könnte für alle wissenschaftlichen Institutionen interessant sein. <br />
Im Effekt sollte sich dann der Preis einer Zeitschrift als Resultat einer gemeinsamen Verantwortung von Autoren-Institutionen und Verlag ergeben</strong> (etwa dem Konzept von SCOAP3 entsprechend). <br />
<br />
<i>Bemerkung: Im zweiten Brief bemerkt UC nachträglich, dass der erste Brief nicht öffentlich gemeint war, sich aber an die eigene -- sehr große -- Fakultät richtete und so an die Öffentlichkeit gelangt sei. Inzwischen ist jedoch eine breite internationale Diskussion über diesen Case entstanden, die ohne Kenntnis des ersten Briefes nicht mehr verständlich wäre. Er enthält selbst auch keinen Vertraulichkeitsvermerk, sondern steht auf dem öffentlichen Teil des UCDL Servers.</i>  <br />
<br />
Die Klarstellung der UC ist eine Antwort auf das offiziöse Statement von NPG vom 9. Juni 2010 [11]. In ihr beklagt NPG, dass sie die Preisverhandlungen gerne vertraulich gehalten hätten. So lässt sich die Preis-Diversifizierung besser aufrechterhalten.  <br />
NPG beklagt, dass UC bisher einen 'unfair niedrigen Preis' bezahlt habe.  Interessant ist der Gedanke von NPG, man könnte vielleicht die Lizenzgebühr an die Zahl der lokalen Zitationen zu Nature Zeitschriften koppeln, als Maß für den Wert einer Zeitschrift für eine Institution.<br />
<br />
Jedenfalls ist der Inhalt der  Diskussion von öffentlichem, internationalem Interesse [12], denn die Preisdiversifizierung ist sehr hoch, und bei jedem Verlag wieder anders, die herangezogenen Kriterien und Maße sind im Experimentierstadium und die Mitwirkung der Leser-und-Autoren-Institutionen an der Preisgestaltung ist noch zu embryonal, würde aber dem Web-2.0 Gedanken am besten entsprechen.<br />
<br />
[1] Informational Update on a possible UC systemwide boycott of the Nature Publishing Group; letter of the University of California, Office of the President, California Digital Library; June 4 2010; <a href="http://libraries.ucsd.edu/collections/Nature_Faculty_Letter-June_2010.pdf" title="uc">http://libraries.ucsd.edu/collections/Nature_Faculty_Letter-June_2010.pdf</a><br />
<br />
[2] Open Letter to Licensed Content Providers;  letter of the University of California, Office of the President, California Digital Library; 26. Mai 2009 <a href="http://www.cdlib.org/news/docs/UC_Libraries_Open_Letter_to_Vendors.pdf">www.cdlib.org/news/docs/UC_Libraries_Open_Letter_to_Vendors.pd</a><br />
<br />
[3]  UC-Elsevier Deal Stops Inflation; Andrew Albanese; Library Journal 02/15/2004<br />
<a href="http://www.libraryjournal.com/article/CA379265.html">www.libraryjournal.com/article/CA379265.html</a><br />
<br />
[4] NPG's annual letter to customers (2009); 17.Sept.2009; Steven Inchcoombe, Managing Director, Nature Publishing Group;<br />
<a href="http://www.nature.com/press_releases/npgletter.html">www.nature.com/press_releases/npgletter.html</a><br />
<br />
[5] Nature - what other libraries say; Web-Site (english), die Informationen der Bibliotheken in Bezug auf NPG Lizenzen zusammenführte; Bernd-Christoph Kämper, Electronic Resources Coordinator, Stuttgart University Library, Germany.<br />
zuletzt aktualisiert: Juli 2002;<br />
<a href="http://www.ub.uni-stuttgart.de/ejournals/Nature_andere_Univ.html">www.ub.uni-stuttgart.de/ejournals/Nature_andere_Univ.html</a> <br />
<br />
[6] Die Kosten von Open Access; Blog <i>Zugang zum Wissen</i>; Eberhard R. Hilf;18. Juni 2009; <a href="http://www.zugang-zum-wissen.de/journal/archives/83-Die-Kosten-von-Open-Access.html">www.zugang-zum-wissen.de/journal/archives/83-Die-Kosten-von-Open-Access.html</a><br />
<br />
[7] Ein unverzichtbares Werkzeug; Robert Klanner; Physik Journal; 9 (2010) Nr.6 Seite 2<br />
<br />
[8] <a href="http://arxiv.org/help">arxiv.org/help</a><br />
<br />
[9] Response from the University of California to the Public statement of Nature Publishing Group regarding subscription renewals at the California Digital Library; Jun2 10, 2010; <br />
http://osc.universityofcalifornia.edu/news/UC_Response_to_Nature_Publishing_Group.pdf">osc.universityofcalifornia.edu/news/UC_Response_to_Nature_Publishing_Group.pdf</a><br />
<br />
[10] Why electronic publishing means people will pay different prices; Andrew Odlyzko, 11. June 2010; Nature; <br />
<a href="http://www.nature.com/nature/focus/accessdebate/7.html">http://www.nature.com/nature/focus/accessdebate/7.html</a><br />
<br />
[11] Public statement from Nature Publishing Group regarding subscription renewals at California Digital Library (CDL); Nature, June 9, 2010<br />
<a href="http://www.nature.com/press_releases/cdl.html">/www.nature.com/press_releases/cdl.html</a>; ohne Autor.<br />
<br />
[12] Dank geht an die INETBIB-Diskussionsliste, insbesondere die Hinweise dort von Harald Müller, MPIL Heidelberg <br />
<a href="http://www.ub.uni-dortmund.de/listen/inetbib/msg42399.html">http://www.ub.uni-dortmund.de/listen/inetbib/msg42399.html</a> 
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            <name>Eberhard R. Hilf</name>
                    </author>
    
        <issued>2010-01-15T21:22:03Z</issued>
        <created>2010-01-15T21:22:03Z</created>
        <modified>2010-06-09T20:22:43Z</modified>
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        <title mode="escaped" type="text/html">BSI warnt aktuell vor der Benutzung des Internet Explorers</title>
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                Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik BSI warnt aktuell vor der Benutzung des Internet Explorers. Es gäbe eine Sicherheitslücke, die es Hackern erlauben würde, über präparierte Webseiten Schadprogramme einzuschleusen, die dann den eigenen Rechner versklaven [1].<br />
MS rät, das <em>active scripting</em> auszuschalten iund den IE nur noch im geschützten Bereich laufen zu lassen.  Allderdings wird vom BSI bestritten, dass dies ausreicht [2].<br />
<br />
Vielleicht ein guter Anlass, zu Firefox, Chrome, Opera, Safari überzugehen [3]  oder besser: zu einem der Linux-Betriebssysteme [4], wie dies ja bereits über 50% der Besucher von Zugang-zum-Wissen tun (MS 25%; IE: 15%).<br />
<br />
<strong>Nachtrag vom 23.Jan.2010: heute soll MS einen Patch installiert haben, der das Problem beheben soll.</strong><br />
<br />
<strong> 2. Nachtrag vom 5.2.2010: </strong> Es soll eine neue Sicherheitslücke im Internet Explorer geben</strong>, bei dem sämtliche Dateien des eigenen Rechners ausgelesen werden können. Microsoft hat diese Sicherheitslücke bestätigt.<br />
Näheres bei Heise online: [6].<br />
<br />
<strong>3. Nachtrag vom 9.Mar.2010: </strong> und wieder warnt Microsoft vor einem neuen 'zero-day', also einem ungepatchten Sicherheitsleck beim MS Explorer IE 6 und 7. siehe der Post [7] von Ryan Naraine mit den technischen Details und Hintergründen.<br />
<br />
[1]  <a href="http://www.welt.de/webwelt/article5863124/Bundesbehoerde-warnt-vor-Internet-Explorer.html" title="bsi">Bundesbehörde warnt vor Internet Explorer</a>; <br />
Welt Online;  15.01.2010;<br />
<br />
[2] Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik <a href="https://www.bsi.bund.de/cln_165/DE/Home/home_node.html" title="bsi"> BSI </a>Presse-Mitteilung vom 15.01.2010;<br />
<br />
[3] <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Web_browser" title="browser">Web Browser</a><br />
<br />
[4] <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Betriebssystem" title="betriebssysteme">Betriebssysteme</a><br />
<br />
[5] <a href="http://lehrerfortbildung-bw.de/werkstatt/opensource/os/freeos/" title="freie betriebssysteme">Freie Betriebssysteme</a><br />
<br />
[6] <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Microsoft-bestaetigt-neue-Luecke-im-Internet-Explorer-Update-921695.html"><br />
Microsoft bestätigt neue Lücke im Internet Explorer </a>; Heise Online 4.Febr.2010 11.25<br />
<br />
[7] <a href="http://blogs.zdnet.com/security/?p=5633&utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed:+zdnet/security+(ZDNet+Zero+Day)">New Microsoft IE zero-day flaw under attack</a>; by Ryan Naraine; 9. März 2010; Post on ZDNet 
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