Saturday, January 23. 2010
Posted by Eberhard R. Hilf
Comments (0) Trackbacks (0) View as PDF: This entry | This month | Full blog Copyright Transfer Agreements
Der Weg vom Print-Zeitalter Geschäftsmodell der wissenschaftlichen kommerziellen Verlage zu einem zukunftsfähigen stabilen Geschäftsmodell, das die Anforderungen der Wissenschaft optimal bedient, und die technischen Möglichkeiten des Internet und des Web-2.0 professionell ausschöpft, ist noch immer weit.
Die Anforderungen der Wissenschaft sind über die Jahrhunderte ungeändert: für die eigene Forschung möglichst alle Arbeiten aller Autoren weltweit bequem, instantan, barrierefrei zur Verfügung zu haben zum lesen, exzerpieren, weiterverarbeiten; in den Arbeiten alle relevanten Informationen, Programme, Daten, etc. zu finden; und von wissenschaftlichen Verlagen alle denkbaren nützlichen Zusatzdienste geboten zu bekommen, wie z.B. Inhaltssuche über alle wissenschaftlichen publizierten Dokumente aller Verlage, Inhalts-mining, intelligente Suche nach ähnlichen relevanten Quellen, Vernetzung mit den Autoren und der Community, usw. usf. Dies würde als Geschäftsmodell bedeuten: alle Dokumente Open Access zu legen; leistungsfähige Zusatzdienste zu bieten, auf die Subskriptionen zu verzichten, Printing on demand; von den Autoren die vollständigeren Informationen zu verlangen; und vor allem: das ungeheure Potential des entstehenden Verlagsübergreifenden WorldWideWeb der wissenschaftlichen Texte WWWwT in seinen Möglichkeiten auszuschöpfen. Stattdessen sollen wir weiter damit leben, dass nicht einmal der Autor selbst sein eigenes Werk in der Verlags-publizierten Fassung lesen darf, - es sei denn er zahlt 30 Dollar? Stattdessen sollen wir damit leben, dass Review-Autoren, die nicht Mitglied eines der wenigen Institute ist, das sich die entsprechenden Zeitschriften leisten kann, astronomische Summen zahlen müssten (z.B. 30 Dollar pro Artikel, von den, sagen wir, 50 Artikeln verschiedener Zeitschriften, die man nur kurz vergleichend einsehen will? Stattdessen sollen wir damit leben, dass wir als Leser eines Artikels, die meisten Zitate nicht sofort im Volltext einsehen können? So kann man nicht wissenschaftlich effektiv arbeiten sondern wird aus Vorsatz an seiner wissenschaftlichen Tätigkeit gehindert. Dass man auf einem Weg in die Zukunft sogar rückwärts gehen kann, mag aus dem neuen CTA Copyright Transfer Agreement [1] von Wiley/Blackwell nach deren wirtschaftlichem Zusammenschluss hervorgehen. Bei dieser Lizenz ist nur die Selbstarchivierung des Preprints erlaubt. Unter bestimmten Bedingungen kann man den eigenen Artikel OA-gold (die publizierte Fassung vor dem Layout) schalten durch Bezahlung einer Zusatz-Autorengebühr (Open Choice). Wohl aber erlaubt es in [1] §2 die akzeptierte und peer-review-te Fassung (allerdings nicht in der endgültigen Verlagsform) in einem Institutional Repository aufs Netz zu stellen, wenn dies der Geldgeber der Forschung (z.B. NIH) verlangt und diese eine entsprechende Vereinbarung mit W/B getroffen haben[2]. Es sind dies derzeit nur [3]: Howard Huges Medical Institute Wellcome Trust National Institute of Health Also bitten wir die DFG und das BMBF, eine entsprechende Vereinbarung zu treffen. Trotzdem haben auch diese Regelungen massive Nachteile wie: - Wahl der Fassung: nach peer-review aber vor Verlags-editing und printFassung; - Wartezeit von 6-12 Monaten. [1] CTA Wiley/Blackwell [2] Wiley Funderstatement [3] Wiley Funder Agreement Participants [4] Open Access Policies; Was gestatten Verlage bei der Selbstarchivierung im Open Access. DINI Trackbacks
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